Reparatur von Bordsteinschäden und Kratzern an Alufelgen.

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BeitragVerfasst am: 02.03.2009, 18:57 Antworten mit ZitatNach oben

Hallo liebe Freunde.
Ich möchte euch an einem Beispiel zeigen, wie ihr Bordsteinschäden an euren Alufelgen reparieren könnt. Dieser Beitrag dient nur dazu euch eine Möglichkeit aufzuzeigen und kann gerne durch Verbesserungsvorschläge bereichert werden. Die ausgeführten Arbeiten basieren auf meinen Erfahrungswerten bei der Reparatur meines Borbet A-Satzes. Die Bilder im Anhang verdeutlichen euch die Arbeiten.

Hilsmittel & Werkzeuge:
Feilen, Schleifpapier, Schleiffließ, Haftstahl.
Silikonentferner, Verdünner, Spritzspachtel, Füller, Grundierung, Lack.

Anmerkung: Bei Haftstahl handelt es sich um einen 2-Komponentenkleber mit Metallpartikeln. Nach dem Austrockenen ergeben sich sehr gute Festigkeitseigenschaften, die sich, bei richtiger Verarbeitung, an die Festigkeitseigenschaften von Aluminium annähren.

1. Festellen des Schadenumfanges, gegebenenfalls ohne Reifen auf eine Auswuchtmaschine spannen lassen, um einen möglicherweise vorhandenen Schlag in der Felge aufzuspüren, der vom Bordsteinkontakt herrührt. Je nach Schadensanlalyse und Gegenwert der Felge, diese gleich wegwerfen, zum Richten geben oder reparieren.

Es bringt nichts eine Felge zu hohem Schlag ohne Richten zu reparieren. Man hat zum einen keine Freude beim Fahren weil alles ruckelt und zum anderen kann es euch passieren, dass eine einbezogene Werkstatt euch die Felge nicht wuchten wird. Die Gefahr beim Richten ist, dass die Felge reißen kann, darüber sollte sich jeder im Klaren sein.

Wenn ihr die Luft aus dem Reifen lasst, sofern ein Reifen auf der Felge ist und dies für eine Bearbeitung notwendig ist erleichtert ihr euch die Arbeiten. Ihr könnt den Reifen nun ein Stück nach unten drücken und so leichter am Aussenrand arbeiten.

2. Wenn alles soweit ok ist, kommen die Grobarbeiten:

2.1 Felge grundreinigen, alles Gewichte entfernen, Klebereste der Gewichte entfernen. (das ist wichtig, weil die neuen Gewichte meist in der gleichen Region sitzen aber auf dem alten Kleberesten nicht halten würden). Das geht sehr gut mit Verdünnung, Silikonentferner geht nicht so gut.

2.2 Felgenschäden makieren und Stellen grob entfetten.

2.3 mit einer kleinen (am besten unbenutzen) Feile und Schleifpapier die Verwitterterungen und Schmutz von den beschädigten Stellen aufeilen/ausschleifen. (Aluminium baut eine Oxidschicht auf, um sich gegen Korossion zu schützen, diese muss abgetragen werden um einen besseren Haftgrund zu erhalten) Achtung! Keinen Drahtbürstenaufsatz für die Bohrmaschine verwenden, dieser trägt zu ungleichmäßig ab und verteilt dazu den Schmutz in der beschädigten Stelle.

2.4 Die beschädigten Stellen entfetten (immer mit Silikonentferner da Verdünner Öl enthält) und auf Sauberkeit kontrollieren.

2.5 2-Komponenten Haftstahl (gibts im Fachhandel) anmischen und mit Spachtel konturgerecht die beschädigten Stellen füllen. Den Haftstahl austrocken lassen. (ihr könnt diesen Prozess beschleunigen indem ihr die Stelle erwärmt, ich habe eine Brennerflamme von einem Autogenschweißgerät benutzt).

2.6 Die Füllstellen schleifen, entfetten/reinigen und das Füllen wiederholen bis Lunker und Unebenheiten beseitigt sind. Nach dem groben Vorschleifen erfolgt dann das Feinschleifen um die Konturen entsprechend an das Original anzupassen. (Ihr könnt für die Schleifvorgänge auswaschbares Nassschleifpapier verwenden. Die Lebensdauer ist höher und es schont eure Hände.) Ich habe fürs grobste eine Drehmaschine zum schleifen zu Hilfe genommen aber es geht auch ohne Wink .


3. Die Feinarbeiten:

3.1 Ist der grobe Teil erledigt erfolgt nun, wie bei Lackiervorbereitungen, die Feinarbeit. Selbstverständlich nach jedem Vorgang die Felge reinigen und entfetten!
In meinem Beispiel wurde zuerst 2-3 mal mit Spritzspachtel gearbeitet. Nach jedem Auftragen, wurden die Stellen geschliffen, um Unebenheiten zu erkennen und verbliebene kleine Lunker auszugleichen.
Danach folgten zwei Arbeitsgänge mit Füller. Beim Auftragen und schleifen achtet bitte darauf, dass ihr es immer großflächig macht. Wenn ihr zu punktuell arbeitet bekommt ihr die Quittung spätestens beim lackieren. Denn dann habt ihr eine lokale Unebenheit geschliffen, die ihr vielleicht weder sehen noch fühlen könnt aber die man nach dem Lackieren sofort sieht.

3.2 Beim Aufziehen/Umziehen von Reifen solltet ihr bedenken, dass die reparierten Stellen zwar über gute Festigkeitseigenschaften verfügen aber eben gespachtelt bleiben. Ich habe als Abilfe einen Bereich von innen makiert, der nicht bearbeitet war und dieser wurde dann als Aufziehbereich verwendet. Alles ist gut gelaufen und es ist nichts passiert. Ich habe das Aufziehen an dieser Stelle machen lassen, da die Gefahr bestand, dass die frisch lackierten Felgen beim Aufziehen hätten beschädigt werden können, womit alle Lackierarbeiten umsonst gewesen wären.
Solltet ihr keine Reifen aufziehen müssen, könnt ihr diesen Punkt auslassen.

3.3 Lasst erneut die Luft aus dem Reifen, sofern ein Reifen auf der Felge ist und dies für eine Bearbeitung notwendig ist. Ihr könnt den Reifen nun ein Stück nach unten drücken und so leichter am Aussenrand arbeiten. Sollte dies nicht nötig sein, vergesst diesen Punkt ebenfalls.

3.4 Nachdem ihr die Felge nun soweit habt, entfetten! Felge je nach Schadensstelle abkleben und lackieren oder komplett lackieren. Natürlich vorweg das Grundieren nicht vergessen und die Grundierung min. 12 Stunden austrocknen lassen. Das verringert das Risiko, dass sich die Grundierung durch die Lösemittel im Lack wieder anlöst und sich dann Strukturen im Lack bilden.
Als Tip: Wenn ihr die Felge vorwärmt (z.B. mit einem Heizgebläse) stehen eure Chancen beim Lackieren wesentlich besser keine Läufer zu bekommen. Gerade für Anfänger (wie mich) ist der Unterschied enorm. Ich habe bei der letzten von vier Felgen das Vorwärmen vergessen und prompt die Antwort in Form von zwei schönen Läufern bekommen. Beim Lackieren gilt trotzdem...lieber oft als viel. Lackiert eine Stelle also lieber in einem zeitlichen Abstand von mindestens einer halben Stunde bei Raumtemperatur mehrmals hintereinander, als dass ihr einmal zu viel Lack auftragt.
Bei einem Läufer könnt ihr sonst alles entfernen und nochmal von vorne anfangen. Das Übel dabei ist, ihr müßt erst alles austrocknen lassen und dann runterschleifen, denn wenn ihr Pech habt, zieht euch die Verdünnung auch den Füller und Spritzspachtel wieder runter.

3.5 Beim Wiederbefüllen mit Luft ist es zweckmäßig euch ein wenig von der Aufziehpaste zu organisieren, das hilft dem Reifen beim aufrutschen und dichtet ihn besser ab, allerdings bin ich mir hier nicht sicher ob es wirklich nötig ist.

@Tornado: Deine Meinung, was sagst du?

Ich hoffe ich kann euch mit dieser Anleitung ein wenig helfen, das Ergebnis kann sich jedenfalls sehen lassen. Die gezeigte Felge habe ich von Zwiebel bekommen und er konnte sie nach der Bearbeitung nur noch durch den etwas anderen Borbet-Schriftzug von anderen, neuwertigen Felgen unterscheiden.


Viel Spass und wenn Fragen sind, schreibt mir eine PN Wink

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BeitragVerfasst am: 02.03.2009, 19:04 Antworten mit ZitatNach oben

Hier noch mal der verwendete Haftstahl und das Endergebnis! Very Happy

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